Heim Block || ACHTUNG RANDNOTIZEN

A short description about your blog

Tulpen im Wind - Eine Winterimpression

geschrieben von: Daniel

Es ist schwierig. Finde ich. In dieser Zeit. Jetzt gerade fällt uns der Himmel auf den Kopf. Uns Münchnern. Draußen schneit es. Ich sehe den Schnee. Er besetzt den Raum zwischen Fenster und den gegenüberliegenden Häusern, in denen sich Schatten tummeln. Unten rollen die Autos vorüber, leise und bedacht. Schnee macht vernünftig. Und eigentlich ist ja alles gut. Schalke ist beinahe Tabellenletzter. Nürnberg steht auch scheiße da, und die 60er ja eh. Schaut man aber genauer hin, auf die Tabelle, oder an der Säbener vorbei, wird einem auffallen, dass alles irgendwie geknechtet wirkt, schief, grob, lieblos. In der Tabelle steht der FCB an 5. Stelle, und der Abstand zur Spitze, auf der eine gelb karierte Buntmeise hockt und furchtbar schnattert, beträgt 13 Punkte.


Hans-Udo starrt ins Leere - aus den Augenhöhlen heraus in die große Welthöhle hinein. In seiner Kneipe ist etwas explodiert. Der Laden sieht so aus: Links liegen Tische und Stühle poltergeistmäßig übereinander gestapelt. Dazwischen ein paar leere Flaschen und Ausdünstungen. Rechts, unter dem Dartbrett und neben einer stattlichen Sammlung an Hundedackelköpfen liegen Überreste einer wilden Tanzeinlage: Unterhose, Hemd und Schlappen eines gewissen Jochen Bahr. Hans-Udo macht den Laden dicht und wankt nach Hause.




1982

geschrieben von: Daniel

1982 spielt Deutschland gegen Frankreich. Halbfinale der WM. Toni Schumacher kocht Franzosenbrei (auch Battiston-Fondue genannt). 1:1 nach 90 Minuten. Verlängerung. Ein halbes Sunkist später steht es 3:1 für Frankreich. Dann fängt etwas Feuer, schwarzweiße Spuren werden in den Rasen gebrannt. Rummenigge macht das 3:2. Den Ausgleich zaubert ein Fischer - ein Sternenfischer: Klaus Fischer schießt das schönste Tor des Jahrzehntes. 3:3. Elfmeterschießen. Ach Gott. Stielike heult. Er heult und lässt sich trösten. Weil er es versaut hat, denkt er. Toni Schumacher zuckt kurz und hält. Und dann gleich noch einmal. Hrubesch kommt. Blond, groß, lieb. Er nimmt den Ball und sagt: „Au revoir Frankreich.“ 1982. Und alles war gut.


« StartZurück123WeiterEnde